Digitalisierung des Wertstoffhandels (Teil 2) – 3 Fragen an Dirk Hörig, Geschäftsführer commercetools, über eine App für digitalen Wertstoffhandel und E-Commerce-Mantras

Beim ECC-Forum, das am 27. September in Köln stattfindet, dreht sich alles um Handel im digitalen Zeitalter. Auf dem Branchentreff erwarten die Teilnehmer Customer- und Market-Insights ebenso wie einzigartige Praxisberichte. Einen davon übernimmt Matthias Spanic, Gründer und Geschäftsführer des digitalen Wertstoff-Marktplatzes scrappel, der mit den Microservices von commercetools umgesetzt wurde. Unter dem Titel Plattform-Ökonomie in der Recyclingindustrie – Marktstrukturen für B2B nutzen“ berichtet er von der Umsetzung der App, die von der ersten Idee bis zum Launch gerade einmal sechs Monate brauchte.

Durch scrappel wird der digitale Handel mit Wertstoffen transparent und sicher. Dabei ist der Prozess simpel und effizient: Die Händler stellen ihre Produkte ein, Verhandlung und Vertragsabschluss laufen dann über ein WhatsApp-ähnliches Interface. Große Pluspunkte beim Thema Sicherheit sind die Vorab-Bonitätsprüfung der Händler sowie das eigene Payment-System mit Treuhandservice, das extra für die App entwickelt wurde.

Sämtliche für scrappel benötigten Funktionen werden über die E-Commerce-Plattform commercetools bereitgestellt und lassen sich individuell zusammenstellen. Dirk Hörig, Gründer und Geschäftsführer commercetools, hat die Entwicklung von scrappel und die Arbeit an der Umsetzung hautnah miterlebt. Im Interview erklärt er uns, welche Vorteile es hat, mit einem MMP (1) an den Markt zu gehen, und aufkommende Entwicklungen im Bereich E-Commerce.

Dirk Hörig, CEO und Co-Founder commercetools

1. Ein MMP wie scrappel braucht Flexibilität und Agilität, weil nach Markteintritt viel evaluiert und daraufhin angepasst werden muss. Dirk, wie lässt sich mit commercetools besonders wendig auf Geschäftsentwicklungen reagieren?
Dirk Hörig: Wir glauben, dass Unternehmen heute viel mehr und um einiges schneller ausprobieren können und auch müssen, um am Markt und im Wettbewerb bestehen zu können. Deshalb sollte die Plattform von Beginn an darauf ausgerichtet sein, dass alle Komponenten individuell und unabhängig voneinander genutzt und weiterentwickelt werden können.

Sämtliche bereitgestellten Funktionalitäten dürfen nicht nur auf das Web ausgerichtet sein, sondern müssen als offene Schnittstelle (API) Weiterentwicklungsmöglichkeiten für jede Art von Endgerät bieten – wie eben bei unserer Plattform. Damit können unsere Kunden genau auf sie zugeschnittene, neue Handelsmodelle aufbauen, damit schnell an den Markt gehen und sie agil weiterentwickeln und anpassen. Da commercetools komplett cloud-basiert ist – cloud-native, wie es im Fachjargon heißt – bleibt der Aufwand bei flexiblen Anpassungen und der technischen Administration gering.

2. Mobile first, Multi-Channel, Omni-Channel, Data-Driven, Content-Commerce… Auch im B2B-Bereich überschlagen sich die Mantras in Sachen E-Commerce geradezu. Woran glaubt commercetools?
Dirk Hörig: In erster Linie sind wir überzeugt, dass die Wahl der Kanäle nicht durch E-Commerce-Technologie eingeschränkt sein darf. Viel wichtiger ist in unseren Augen, dass sich Händler die Frage beantworten, wie sie für ihre Kunden relevant bleiben und damit im Wettbewerb bestehen können. Die Aufgabe einer Commerce-Plattform ist, bei der Umsetzung dieser Überlegungen schnell und flexibel zu unterstützen, egal wo und wie unser Kunde im Handel unterwegs ist.

3. Kaum ein Umfeld hat sich in den vergangenen Jahren so schnell und so gravierend verändert wie der E-Commerce. Welche Herausforderungen kommen auf den Online-Handel in den nächsten Jahren zu?
Dirk Hörig: Wegen der stetig steigenden Zahl und Art von Endgeräten sowie wachsendem digitalen Wettbewerb stehen Unternehmen in den nächsten Jahren vor massiven Herausforderungen in Bezug auf Agilität, Flexibilität und der Anpassung von Geschäftsmodellen. Was heute noch funktioniert, ist kein Garant für den Erfolg von morgen. Daher muss in puncto Technologie komplett neu gedacht werden: Software wird nicht mehr für die nächsten zehn Jahre gekauft, sondern muss so gebaut und ausgelegt sein, dass sie auf künftige Herausforderungen flexibel reagieren kann. Aber auch in Bezug auf die Unternehmensstruktur muss umgedacht werden – hin zu einer agileren Organisation, die neuen Prozessen offen gegenübersteht.

Als kurzes Fazit zu Technologien lässt sich sagen: Wir beobachten einen neuen Trend hin zu sprachgesteuerten, internetbasierten intelligenten persönlichen Assistenten wie Alexa oder Google Home. Die Stimme der Nutzer ermöglicht eine vollkommen neue Art zu interagieren, zu handeln, wenn man so will. EIn weiterer Trend ist ganz klar Augmented Reality, durch die sich in den kommenden Jahren völlig neue Verkaufserlebnisse generieren lassen. Diese Entwicklungen werden einen rasanten Aufschwung erleben und die Handelsmodelle von Grund auf verändern.  

Sie möchten mehr erfahren? Beim ECC Forum Köln am 27.09.18 in Köln berichtet Matthias Spanic, Gründer und Geschäftsführer von scrappel, wie mit commercetools ein erfolgreicher Markteintritt im Schnellboot-Verfahren funktioniert. Kommen Sie nach seinem Vortrag mit uns ins Gespräch!

Plattform-Ökonomie in der Recyclingindustrie – Marktstrukturen für B2B nutzen“
Am 27.09.18 in Köln
Zeit: 16:15 Uhr
Ort: BALLONI Halle Köln | Ehrenfeldgürtel 88-96 | 50823 Köln

(1) MVP steht für ein Produkt, das die minimalen Anforderungen und Eigenschaften erfüllt, um auf den Markt zu kommen. Es wird möglichst schnell mit den nötigsten Funktionen versehen (wie z.B. einer Landingpage), dann veröffentlicht und mit dem Feedback potentieller Kunden weiterentwickelt. Die Investitionen sind also gering und das finanzielle Risiko dadurch auch. Das MMP kann als Output des MVP angesehen werden. Es ist exakt mit dem minimalen Wert angereichert, den es benötigt, um am Testmarkt erfolgreich zu sein. Gemeinhin wird es als ideale Vorgehensweise für lean-orientierte Startups angesehen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.


Lesen Sie auch den 1. Teil des Interviews mit Matthias Spanic, Gründer und Geschäftsführer scrappel GmbH.

Von | 2018-09-04T11:56:26+00:00 22. August 2018|Blog|Keine Kommentare

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