Wer nicht nur in seinem Heimatmarkt verkauft, sondern seine Produkte und Dienstleistungen auch in anderen Ländern vertreiben will, steht seit jeher vor einer Reihe von Herausforderungen. Ein internationales Vertriebsmodell muss sorgfältig organisiert werden, um zu skalieren und nachhaltig erfolgreich zu sein. Neben den organisatorischen, vor allem logistischen und rechtlichen Rahmenbedingungen spielen natürlich auch technologische Faktoren eine Rolle: Welche Plattform erlaubt es international aktiven Händlern und Marken, effizient die eigenen Produkte weltweit zu vermarkten, dabei Skaleneffekte auszunutzen, aber auch immer die Gegebenheiten des jeweiligen Marktes im Auge zu behalten?

Die Automobilbranche gehört in diesem Zusammenhang zu den Industrien, die sich mit diesen Themen besonders auseinandersetzen müssen. Sämtliche Autobauer verkaufen laut Statista insgesamt gut 80 Millionen Fahrzeuge im Jahr, und das in fast alle Länder der Welt. Jeder dieser Hersteller vertreibt eine Reihe von Marken, die in den verschiedenen Kanälen – entweder vor Ort oder im Netz – auf andere Art und Weise beworben werden. Es gibt verschiedenste Modellvarianten, Ausstattungen und weitere Besonderheiten, die die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten ins schier Unendliche steigen lassen. Außerdem experimentieren AUDI, Volkswagen & Co. mit neuen innovativen Geschäftsmodellen und befinden sich mitten in der Digitalisierung einer mehr als hundert Jahre alten Branche.

Das Vertriebsmodell funktioniert seit jeher über Automobilhändler, die den Kundenkontakt pflegen und damit auch der erste Ansprechpartner bei weiteren Service-Leistungen wie Wartung, Reparaturen und Zubehörartikel sind. Wenn es nach dem Willen der Volkswagen AG geht, wird sich dies jedoch in den nächsten Jahren radikal verändern, das Wolfsburger Unternehmen möchte ab 2020 vor allem online den Direktvertrieb massiv stärken:

Volkswagen wird im Rahmen einer neuen digitalen Partnerschaft mit seinen Händlern eine gemeinsame Internet-Plattform entwickeln, die den gesamten Kaufprozess bis zum Vertragsabschluss, einschließlich Finanzierung, Bezahlung und selbst Gebrauchtwageninzahlungnahme, ermöglicht. Kunden können aus der gesamten Modellpalette der Marke wählen und den Kauf online mit ihrem bevorzugten Händler abwickeln.

Neben dem Kauf der eigentlichen “Hardware” Auto sollen in Zukunft auch digitale Services angeboten werden, die rund um ein zentrales Nutzerprofil – der sogenannten Volkswagen-ID – angelegt sind. Das sind etwa Software-Updates, wie man sie etwa von Tesla kennt und über die neue Funktionen freigeschaltet werden, oder das sogenannte Functions-on-Demand: Hier kaufen Nutzer direkt aus ihrem Fahrzeug Zusatzfunktionen wie eine bessere Fahrzeugbeleuchtung oder ein leistungsstärkeres Navigationssystem, wie es etwa AUDI in seinem neuen e-tron demonstriert oder hier bei Volkwagen gezeigt wird.

Der Automobilmarkt befindet sich also in einem grundlegenden Wandel und erfordert neben einer neuen Art von Hardware auf den Straßen auch eine innovative digitale Plattform, die diesen neuen Anforderungen gerecht wird und Daten und Prozesse im Hintergrund schnell und sicher verwaltet. Sie muss so flexibel sein, dass sie sämtliche Transaktionen – sei es beispielsweise die Konfiguration für ein neues Auto in einem zukünftigen Onlineshop, das Zubuchen von mehr Motorleistung, die Zahlung eines Parkplatzes oder das Vereinbaren eines Service-Termins in der nächsten Werkstatt – abbilden kann, und das egal wo auf der Welt diese Transaktion geschieht und auf welchen Touchpoints sie ausgelöst wird. Sie muss zudem so leistungsfähig und skalierbar sein, dass sie auch wachsende und stark schwankende Nutzung handhaben kann. Und schließlich soll diese Leistung immer und garantiert abrufbar sein, ohne dass Wartungsfenster und obligatorische, langwierige Update-Prozesse durchlaufen werden müssen.

(Bild: pexels.com)