Kelly Goetsch, Chief Product Officer bei commercetools, erläutert, welche Technologie-Trends den Online-Handel 2021 prägen werden.

München (Deutschland), 11. Januar 2021 – Ohne Zweifel: 2020 stellte den Online-Handel in Deutschland vor bis dato unbekannte Herausforderungen. Und auch für 2021 dürfte sich dieses Szenario dank der COVID-19-Pandemie erst einmal nicht verändern. Sechs Technologietrends können helfen, sich der bestehenden Unsicherheit und dem steten Wandel zu stellen.

Headless-Commerce-Plattformen befreien Frontend-Entwickler von technischen Beschränkungen durch Legacy-Systeme

Software-Entwickler sind der Nährboden für Online-Shops – denn sie bilden das Fundament  dafür, eine positive Kundenerfahrung zu schaffen. Welch Verschwendung ihrer hoch gehandelten Fähigkeiten ist es da, wenn diese sich mit sperrigen und ineffizienten Legacy-Systemen herumschlagen müssen? Im vergangenen Jahr wurde besonders deutlich, dass diese alten Strukturen Zeit und Ressourcen kosten – und vielleicht sogar dazu führen, dass hauseigene Entwickler kündigen, um sich einen neuen Arbeitgeber mit zukunftsorientierter Tech-Strategie suchen.

Es gibt also viele Gründe, warum Unternehmen 2021 ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer Tech-Experten haben sollten. Sie sind die Schlüsselfiguren, die für Unternehmen Innovation ermöglichen und die sich den Herausforderungen der Technologie im täglichen Einsatz stellen. Was sie dafür benötigen, ist eine auf den MACH-Prinzipien basierende Commerce-Architektur, die mit ihnen und nicht gegen sie arbeitet. Microservices, API-first, Cloud-native und der headless-Ansatz geben ihnen die Freiheit, statt sie  unter Druck zu setzen, mit starren Architekturen Innovationen zu schaffen.

Automatisch generierte Software Development Kits in einer Reihe mit No Code Software und Automatisierungstools

Entwickler werden vermehrt intelligentere Tools einsetzen, um sich wiederholende, monotone Arbeit zu eliminieren. Die Zeit, die sie dadurch gewinnen, können sie so für komplexere und strategische Aufgaben einsetzen. Üblicherweise müssen Software Development Kits (SDKs) aktualisiert werden, nachdem Entwickler eine Änderung vornehmen, die sich auf APIs auswirkt. Je mehr Aktualisierungen es gibt und je mehr Entwickler Änderungen anstoßen, desto komplizierter wird der Prozess und desto öfter müssen SDKs manuell überarbeitet werden. Darüber hinaus sind sich Teams möglicherweise nicht über den aktuellen Stand oder die neueste Version nicht im Klaren.

Automatisch generierte SDKs verselbstständigen Aktualisierungen und geben so den Entwicklungsteams wertvolle Zeit zurück. Zusätzlich zu No Code/Low Code Mainstream-Software, die routinemäßige Integrationsarbeiten automatisiert, werden mehr Entwickler automatisch generierte Software Development Kits einsetzen. Sie ersparen ihnen, sich immer daran erinnern zu müssen, die Aufzeichnungen auf dem neuesten Stand zu halten.

Vom Nice-to-Have zum Must-have – GraphQL wird weiterhin im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen

GraphQL, auch als Graph Query Language bekannt, hat in den letzten drei Jahren einen bemerkenswerten Aufstieg erlebt. Sowohl bei großen Markenunternehmen, die High-Tech einsetzen, als auch in der Welt des Online-Handels erfreute sie sich zunehmender Beliebtheit.

Obwohl sie von vielen Entwicklern bereits verwendet wird, hat die Open-Source-Abfragesprache jedoch noch nicht den Ruhm erlangt, den sie verdient. GraphQL, ein Layer, der über jede REST-API gelegt werden kann, vereinfacht den Prozess der Datenabfrage. Zudem beschleunigt und vereinfacht sie den Gesamtprozess der Erstellung von Commerce-Applikationen. Da immer mehr Entwickler den Wert von GraphQL erkennen, wird sie im Jahr 2021 zweifellos vom einst bestgehüteten Geheimnis der Branche zu einem unverzichtbaren Werkzeug werden.

Die richtige technologische Aufstellung wird im Jahr 2021 die Voraussetzung für E-Commerce-Anbieter werden, um mit den ständigen Veränderungen und den Anforderungen der Käufer Schritt halten zu können. Die Investition in Technologie wird über den Geschäftserfolg von morgen entscheiden.