Business Blog Online-Modehandel braucht moderne Technologien

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Stephanie Wittmann
April 2020

Es ist eine schnelllebige und wettbewerbsstarke Industrie: Die Modewelt sieht sich nicht nur durch die digitale Transformation mit neuen Herausforderungen konfrontiert, sondern auch mit wirtschaftlicher Unsicherheit.

Um auf künftige Unwägbarkeiten vorbereitet zu sein, fokussieren sich viele Marken auf kürzere Time-to-market, innovatives Produktdesign und Automatisierung ihres Lieferkettenprozesses.

Modern commerce requires modern technology in the fashion industry

Digital zur Fashion-Avantgarde

Um im Fashion-Business erfolgreich zu bleiben, ist die digitale Transformation für Marken längst keine Option mehr, sondern ein Muss – insbesondere, da die Erwartungen der Zielgruppe hoch sind. Fashion Victims erwarten eine umfassende Markenerfahrung. Sie sind kommunikativ und zeigen eine hohe Identifikation mit ihren Labels. Das eröffnet Einzelhändlern eine Vielzahl neuer Möglichkeiten in der Kundenansprache – wie beispielsweise personalisierte Benutzererfahrungen. All das wiederum erfordert eine fortschrittliche Technologie.

Mode ist eine charmante Tyrannei von kurzer Dauer.
Marcel Achard

französischer Dramatiker, über die Geschwindigkeit in der Mode

Wachstum mit Speed

In den 1990er-Jahren, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, nutzte man Software von der Stange für Online-Shops. Aber mit der Explosion neuer Touchpoints – wie beispielsweise Smart Speakern in Haushalten weltweit – genügte diese Strategie nicht mehr. Marken und Einzelhändler erkannten, dass agilere und flexiblere Lösungen nötig waren, um mithalten zu können und erfolgreich zu sein. Sie begannen, in digitale Lösungen, den Onlinehandel, zu investieren, und das wiederum führte zu einem raschen Wachstum der Online-Kanäle. Von 2015 bis 2018 hat sich der digitaler Handel fast verdoppelt, und wichtige Impulsgeber dafür kommen aus der Modebranche.

Kollektionswechsel: Wann ist es an der Zeit, steife, monolithische Commerce-Kostüme abzustreifen und in ein agileres Plattform-Outfit zu schlüpfen?

Der Wechsel zu einer modernen Commerce-Plattform ist aus zwei Gründen sinnvoll. Erstens senkt sie die Gesamtbetriebskosten (TCO) für Einzelhändler, da sich die Ausgaben für Lizenzkosten, Wartung und Upgrades reduzieren. Die zweite Ersparnis lässt sich über das Hosting der Plattform erzielen. Herkömmliche Lösungen sind oft monolithisch. Das macht Veränderungen kompliziert und aufwendig, da Frontend und Backend meist synchronisiert sind.

Mit einer traditionellen monolithischen Plattform bedeuten selbst alltägliche Aufgaben wie die Einrichtung einer Marketing-Kampagne aufgrund anfallender Entwicklungsarbeit viel Zeitaufwand. Oft muss dafür sogar der reguläre Geschäftsbetrieb ruhen. Wenn simple Anpassungen oder Aktualisierungen aufwendig und kostspielig sind, ist es an der Zeit für den Umstieg von einem altmodischen auf ein neues System.

So gelingt der Kollektionswechsel

Auch wenn es zunächst verlockend erscheint, alle Funktionalitäten der bestehenden Plattform in die neue zu kopieren, ist das nicht der beste Ansatz. So würde man schließlich auch keine neue Sommer-Kollektion entwerfen. Für einen zielgerichteten Wechsel ist es besser, vorab zu analysieren, welche Funktionen häufig in Verwendung sind, anstatt das neue System sofort mit Overhead zu füllen.

Schritt für Schritt zur neuen Fashion-Plattform

Schritt 1: Analyse
Was bietet die bestehende Plattform? Welche Funktionen stehen zur Verfügung? Welche Rolle spielt der Nutzer? Und welche Prozesse laufen im Hintergrund ab? Diese Fragen kommen oft zu kurz, obwohl sie auf der Hand liegen. In vielen Fällen ist das bestehende System seit Jahren in Betrieb, viele Veränderungen wurden nicht dokumentiert. Mit einer Analyse gewinnen Sie einen besseren Einblick in die Ist-Situation.

Schritt 2: Tempo des Wechsels
Nicht alle Funktionen müssen sofort auf der neuen Plattform aktiv sein. Legen Sie zuerst fest, welche Funktionen einen direkten Geschäftswert liefern und räumen Sie ihnen Priorität ein.

Schritt 3: Abstimmung der erforderlichen Funktionen
Finden Sie einen Softwareanbieter, der in Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern Ihre Anforderungen erfüllt. Einige Funktionen sind sicher sofort „out of the box“ verfügbar, andere steuert ein Kooperationspartner Ihres Anbieters bei, wieder andere müssen möglicherweise maßgeschneidert entwickelt werden.

Schritt 4: Das perfekte Team
Stellen Sie eine Abteilung mit Know-how zusammen; nur mit Expertenwissen wird die neue Plattform ein Erfolg. Dieses Team greift in der Cloud auf eine Mischung aus bestehenden Komponenten und Diensten der Software zu und ergänzt diese um passgenau programmierte Anwendungen. Diesen Ansatz bezeichnet man als „headless“.

Headless-Platformen

Das Prinzip von Headless-Plattformen sind API-Schnittstellen, die dafür sorgen, dass unterschiedliche Komponenten und Anwendungen problemlos zusammenarbeiten. Stellen Sie sich Ihre Plattform vor wie eine Kiste voller LEGO-Steine, die man auf jede denkbare Weise zusammenbauen kann. Diese Flexibilität stellt sicher, dass Ihr Unternehmen zukunftsfähig bleibt. 

Denn damit kann jeder erdenkliche Kommunikationskanal, den Verbraucher nutzen möchten, schnell und problemlos an die Plattform angedockt werden. Viele Unternehmen greifen zunehmend auf Cloud-Anbieter wie AWS, Google und Azure zurück. So lassen sich Saisonspitzen wie zur Weihnachtszeit oder bei Flash-Sales leicht abfangen, ohne dass man sich selbst um das Management kümmern müsste.

Durch die Kombination einer modernen Headless-Plattform mit Cloud-Technologie können Marken und Händler flexibel auf sich schnell verändernde Bedürfnisse der Konsumenten reagieren. Damit lassen sich inspirierende und nahtlose Markenerfahrungen schaffen.

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Stephanie Wittmann
April 2020

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