Business Blog Wie ein Start-Up Fashion-Retouren umweltfreundlicher gestaltet: The Green Deal (Teil 1)

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Stephanie Wittmann
April 2020

Die Medien sind voll davon: beängstigenden Nachrichten, was mit Retouren passiert, die nach einer üppigen Bestellung bei Versandriesen zurückgeschickt werden.

Brandneue Ware, die vernichtet wird, weil es zu aufwendig ist, sie wieder ins Warenwirtschaftssystem einzupflegen, neu zu verpacken und zu lagern. So wird zum Beispiel etwa die Hälfte der Zalando-Bestellungen zurückgeschickt.

How a start-up makes fashion returns more environmentally friendly

Die Situation

Wer sich jetzt die Modeproduktion näher vor Augen führt, bekommt ein doppelt schlechtes Gewissen: Für die Herstellung eines T-Shirts werden etwa 1.400 Liter Wasser benötigt – damit kann man 10 Badewannen füllen. Somit entspricht der Wasserverbrauch für die Kleidungsproduktion einer Einzelperson dem eines Drei-Personen-Haushalts. Die Bekleidungsindustrie emittiert weltweit mehr Treibhausgase als Flugzeuge und Schiffe, und jährlich werden mehr als 100 Millionen Tonnen Textilien produziert – Tendenz steigend: Bis 2030 wird ein Wachstum von 30 Prozent erwartet. Umso absurder: Jeder von uns wirft pro Jahr bis zu 37 kg Kleidung weg¹.

Das Problem

Vegard Kristiansen, Mit-Gründer von „The Green Deal“ beobachtete bei seiner Tätigkeit in der Full-Service-Spedition Prime Cargo, dass große Retourenmengen lange liegen blieben. „Die Modelabels schienen kaum Interesse an den Waren zu haben“, erläutert er. „Dabei waren die Lager- und Transportkosten enorm.“ Und sein Geschäftspartner, Filip Elverhøy, der jahrelange Erfahrung im E-Commerce mitbringt, ergänzt diese Beobachtungen um eine weitere Perspektive: „Vielen Anbietern fehlt schlicht die umfassende digitale Lösung für Retouren. Die Abwicklung ist kostspielig, und so konzentrieren sich die meisten auf neue Verkäufe. Die sind einfach sehr viel profitabler.“

Co-founders of The Green Deal

Die Idee

Was wäre, wenn man eine Logistik- sowie eine Commerce-Lösung für Online-Händler bietet, die den Unmengen an Retouren Abhilfe schafft? Die Gründer von The Green Deal hören sich um – und bekommen erstaunliches Feedback. „Ein norwegischer Mode-Einzelhändler, den ich gefragt hatte, was er brauchen würde, um die Retouren zu bearbeiten, und wie viele Retouren wir für ihn abwickeln könnten, antwortete mit der Gegenfrage, ob es eine Einschränkung bezüglich der Menge gebe“, berichtet Filip Elverhøy. Schnell war klar: Der Bedarf an logistischer und digitaler Unterstützung ist riesig. Gemeinsam mit Edmond Yang, Vegard Kristiansen und Kjell Fjeldheim entwickelte er The Green Deal.

Die Lösung

Wie lässt sich der Retourenverlauf denn nun über The Green Deal abwickeln? Der Konsument merkt davon so gut wie nichts. Er klickt auf der Seite, auf der er gekauft hat, auf „Retoure“, wählt das Produkt aus, das er zurückschicken möchte, und frankiert das Paket mit dem Retouren-Label. Die Ware geht direkt zu The Green Deal und wird dort kontrolliert. Ist alles in Ordnung, wird das an den Partner rückgemeldet, damit dieser seinen Kunden den Kaufbetrag erstatten kann. Danach wird das Produkt bei TheGreenDeal.com eingelagert und hochgeladen, um erneut verkauft zu werden. Die Produkte gehen somit in eine zweite Verkaufsrunde. Dabei ist jeder Schritt des Prozesses automatisiert, einzig die Qualitätsprüfung führen wir manuell durch.

Für Teil II unserer Blogserie über The Green Deal befragten wir den Mitbegründer Filip Elverhøy zu seinen Motiven, dem Konzept und der Beziehung zu commercetools.

¹ Bloomberg: Germans love shopping online. They love retourning even more. (Source
u.a. Kanada: Recycling Council of Ontario (Source)
oder Australien: Every 10 minutes, 6 tonnes of clothing goes to Aussie landfills (Source)

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Stephanie Wittmann
April 2020

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